Acapulco de Juarez, Guerrero

Die Stadt Acapulco de Juárez ist umgangssprachlich eher unter dem Namen „Acapulco“ bekannt. Als größte Stadt des Bundesstaates Guerrero und direkt am Pazifik gelegen kommt ihr in der Vergangenheit eine hohe Bedeutung als Handelshafen zu. Asiatische Waren wurden primär an den dortigen Hafen geliefert und über das Land nach Veracruz im Osten Mexiko’s transportiert. Von dort aus erfolgte die Verschiffung der Produkte nach Spanien, was die Ausweitung der  Piraterie von der Karibik auf den Ostpazifik zur Folge hatte.

Um die Stadt und den Warenfluss zu schützen wurde daher im Jahr 1615 die Festung Fuerte de San Diego erbaut, welche bis zu ihrer Zerstörung durch ein Erdbeben im Jahr 1776 den Handel mit Spanien sicherte. Nach dem Wiederaufbau des Bauwerkes erlange Acapulco jedoch nicht wieder seine ursprüngliche hohe Bedeutung als Handelshafen, so dass sich heute in der Fuerte de San Diego ein Museum über die Geschichte der internationalen Handelsbeziehungen und Piraterie befindet. Mit nur zehnminütiger Entfernung vom Zócalo, dem Hauptplatz einer jeden mexikanischen Stadt, ist es eine der Haupttouristenattraktionen.

Zu weiteren Sehenswürdigkeiten zählen außerdem die in den dreißiger Jahren erbauten weltbekannten Hotels El Mirador und Los Flamingos. Letzteres wurde in den fünfziger Jahren von der unter dem Namen „Hollywood Gang“ bekannten Gruppe an berühmten Persönlichkeiten erworben. Zu diesen gehörten beispielsweise die Schauspieler Johnny Weissmüller, Richard Widmark und John Wayne. Das El Mirador wurde von Carlos Barnard Maldonado erbaut, welcher aufgrund der unschlagbaren Lage des Hotels zum Pazifik hin Zimmer zu hohen Preisen vermieten konnte. Zu den bekanntesten Gästen der beiden luxeriösen Hotels zählten unter anderem Elizabeth Taylor, Frank Sinatra und John F. Kennedy.

Acapulco stieg in dieser Zeit schnell zu einem internationalen Urlaubsreiseziel und Vergnügungsort auf. Dazu trugen ebenfalls die berühmten Klippenspringer am Felsen La Quebrada in Acapulco bei. Die Clavadistas – so werden die professionellen Springer genannt – gibt es bereits seit den 1930er Jahren. Sie stürzen sich todesmutig von dem circa 35 Meter Felsen in eine nur sieben Meter breite und nur wenige Meter tiefe Spalte hinunter. Die Männer müssen dabei den richtigen Augenblick abwarten, wenn die Wellen aus dem Ozean in die Bucht hereinfluten.  Für diese Show riskieren sie nicht nur Knochenbrüche sondern bezahlen im schlimmsten Fall mit ihrem Leben. Daher beten die Clavadistas vor jedem ihrer Sprünge zu der Jungfrau von Guadalupe. Doch der inzwischen annerkannte Beruf als Klippenspringer hat auch seine Vorzüge: Ein festes Einkommen sowie eine Krankenversicherung und Altersvorsorge werden den Springern inzwischen gestellt. Die zu Beginn nur als Mutprobe gedachte  Attraktion hat sich im Laufe der Jahre zu einem echten Touristenmagneten entpuppt. Täglich finden am La Quebrada Shows statt. Vor allem bei Nacht sind diese sehr beeindruckend, wenn sich die Klippenspringer mit Fackeln in die Schlucht stürzen.

Aufgrund von Problemen wie Umweltverschmutzung und zunehmender Kriminalität durch Bandenkriege hat Acapulco inzwischen jedoch seinen Ruf als Vergnügungsort und Feriendomizil für die Prominenz verloren. Die Anzahl an Touristen ist seit den neunziger Jahren stark gesunken und auch die Zahl der anlegenden Kreuzfahrtschiffe sank dramatisch. Durch Investitionen in Luxusanlagen in den letzten Jahren soll der Tourismus jedoch wieder angekurbelt werden.